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„Wir leben in einer Zeit unendlicher Möglichkeiten“

Der digitale Mittelstands-Award (DIMA) prämiert beispielhafte Digitalprojekte mittelständischer Unternehmen der DACH-Region. Die Jury besteht aus sechs Mitgliedern, die ihre herausragende digitale Kompetenz bereits unter Beweis gestellt haben. Oliver Leisse gehört dazu: Er gründete im Jahr 2008 ein Institut für Trendforschung und befasst sich mit Themen wie Digitalisierung, Innovation und Internet der Dinge.  

Läuferin

 

Im Interview verrät der DIMA-Keynote-Speaker, wie und wo er Trends aufspürt, wie der Mittelstand konkret davon profitieren kann und wie er die Zukunft einschätzt.

Herr Leisse, Sie haben 2008 SEEMORE gegründet, ein Institut für Zukunfts- und Trendforschung. Wie spüren Sie und Ihre Kollegen denn Trends auf? Der Blick in die Kristallkugel scheidet vermutlich aus …

Ja, wir nehmen Glückskekse, die sind einfacher zu verstehen. Nein, natürlich steht bei uns eine ganz einfache Methode hinter der Forschung: Wir erkennen im Heute, was Morgen kommt – indem wir genau hinschauen, hinhören und sehr fundierte Ableitungen treffen. Wir reden mit den Menschen über ihre Wünsche und Erwartungen. Begleiten sie im Alltag. Befragen Experten. Dazu haben wir Mitarbeiter in 50 Metropolen weltweit.

In welchen Bereichen oder Branchen schauen Sie denn in die Zukunft? Geht es konkret um die Arbeitswelt oder auch allgemein um den gesellschaftlichen Wandel?

Gott sei Dank dürfen wir von vielen Töpfen die Deckel heben und reinschnuppern. Unsere Kunden sagen, in welchen Bereichen Sie unsere Analyse benötigen. Und dann geht es um ganz unterschiedliche Segmente – von Gesundheit über Retail zu Finanzen. Heute Baumaschinen, morgen Käse. Und die übergeordneten Meta-Themen sind ganz breit angelegt: Wie werden wir arbeiten (hybrid), konsumieren (weniger status- und mehr erlebnisorientiert), wohnen (in kleineren Wohnungen?), was können Automation und KI für uns tun (uns Zeit schenken?), wie sieht die Stadt aus, wenn es autonome Autos gibt (ganz anders?), sind Kryptowährung und die Blockchain eine Story, die größer ist als das Internet? (Ja!)

 

Foto von Oliver Leisse

                               Oliver Leisse, Gründer and Geschäftsführer von SEEMORE 

Wenn ich ein Mittelständler bin und von Ihren Vorhersagen profitieren möchte – wie kann ich Zukunftsforschung konkret im Unternehmen nutzen?

Oh, das klingt zwar ein bisschen abgehoben, unsere Arbeit lässt sich aber sehr konkret in die Praxis umsetzen. Wir können einem Mittelständler bei der so wichtigen Suche nach einer sinnvollen Positionierung helfen, anregen, welche neuen Produkte oder Services jetzt nachgefragt werden und vieles mehr. Aber da müssen wir oft gar nicht helfen: Der Mittelstand ist doch fit und neugierig. Das Unternehmen sollte unbedingt selbst in den internationalen Märkten erforschen, was dort passiert und was auf den eigenen Markt zukommt.

Sprechen wir über ein konkretes Beispiel: Die Zukunft der Messen, ein Thema, dass gerade im B2B viele Unternehmer bewegt. Welche Zukunft hat dieses Format als Marketing- und Vertriebsevent?

Wie so oft ist die Antwort zurzeit: Messen werden hybrid sein, viel mehr Erlebnisse bieten, alles Ineffiziente automatisieren und das so begehrte Emotionale, das Zusammentreffen, neu inszenieren. Hybrid heißt: entschiedenes Eintauchen in Virtual Reality, aber auch eine neue Dimension von Begegnung.

Ein Blick zurück: Gab es Trends, die Sie genau vorhergesagt haben, auf die aber kaum jemand angemessen reagiert hat? Und umgekehrt: Haben Sie bei einer Vorhersage schonmal deutlich danebengelegen?

Nein. Meine Auftraggeber haben immer mit Freude die neuen Perspektiven nutzen können. Und auch die zweite Frage muss ich negieren, ich habe noch nicht deutlich danebengelegen – was aber auch daran liegt, dass wir im Vorhersagezeitraum unseren Schwerpunkt bei drei bis maximal fünf Jahren sehen. Das macht die Prognose einfacher, denn es gibt, wenn man genau hinschaut, einfach schon sehr viele Hinweise, sogenannte „weak signals“, die man deuten kann.

Und ein Blick nach vorne: Bereitet Ihnen die Zukunft Sorgen oder sehen Sie eher Grund zur Zuversicht?

 

Ich bin sehr zuversichtlich. Unser Wissen explodiert, Konvergenz bringt viele Wissenschaften zusammen – wie beispielsweise Bio und Tech. Aus diesen Zusammenschlüssen entstehen Revolutionen am laufenden Band. Wir leben in einer Zeit unendlicher Möglichkeiten. Wir müssen die Möglichkeiten allerdings nicht nur annehmen, sondern kritisch bewerten und dann auch mutig nutzen. 

Sie sitzen aufgrund Ihrer strategischen Exzellenz und Ihres umfassenden Wissens zum digitalen Fortschritt in der Jury des Digitalen Mittelstands-Award 2021. Was erwarten Sie sich von diesem Wettbewerb?

Neue, spannende Wege in die Zukunft! Geniale Ideen und Durchbrüche. Und ich bin ganz sicher, dass mich der Mittelstand auch diesmal begeistern wird.

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